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Ausgangs- und Endpunkt unserer Reise ist – aufgrund der vorteilhaften Flugverbindungen –  die Touristenhochburg Cancún. Wer eine Mischung von Disneyland, Las Vegas und Mallorcas Ballermann Sechs sucht, sich gerne nach Strich und Faden neppen und abzocken lässt, der ist hier richtig (Bild 1). Sonst lautet die Devise: Nichts wie weg, und zwar nicht mit dem Touristenbus, sondern auf eigene Faust mit einem Mietwagen. Doch aufgepasst, die Mietwagen-Branche in Mexiko ist mit allen Wassern gewaschen.

Vorsicht, Falle!

Dazu ein paar Tipps: 1. Was bei Flugreisen perfekt klappt, geht hier bei Mietwagen gar nicht: die Suche nach dem günstigsten Angebot über einen Internet-Vergleichsdienst. Die Vermieter weisen nämlich genau zu diesem Zweck einen lächerlich tiefen Miettarif aus und schlagen dann mit Versicherungen, Steuern, Zulassungsgebühren, Taxen und so weiter ein x-faches dieses Betrags drauf. Deshalb besser direkt bei bekannt günstigen Vermietern (z.B. Thrifty, Dollar, Alamo oder Budget) den effektiven Gesamtpreis ausrechnen, aufschreiben und selbst vergleichen. 2. Besonders hoch ist der Airport-Zuschlag  (in Cancun rund 10 Prozent). Und je länger man ein Auto mietet, desto schwerer fällt er ins Gewicht. Deshalb besser vom Flughafen mit dem Taxi ins Hotel fahren und den Mietwagen erst am zweiten Tag bei einer Mietwagenstation in der Stadt übernehmen. 3. Mietwagen werden immer in mexikanischen Pesos abgerechnet, aber vielfach in US-Dollars angepriesen. Bevor man eine Reservation tätigt, empfiehlt es sich, beim Vermieter den kompletten Mietbetrag in der Landeswährung abzuklären. Sonst wird man schnell Opfer eines willkürlichen Wechselkurses. 4. Und schliesslich gilt es bei der Übernahme zu kontrollieren, ob das Fahrzeug wirklich dem in der Reservation bestätigten Modell entspricht. Wir hatten bei einem von nur zwei Anbietern, welche Fahrten ins umliegende Ausland erlauben, einen Fiat Panda 4×4 reserviert und uns von grossen 4×4-Aufschriften blenden lassen. Erst in Guatemala bemerkten wir dann auf einer Schotterpassstrasse mangels Traktion, dass es sich bei unserem Fahrzeug um einen stinknormalen Fronttriebler handelte. Falls man Allradantrieb reserviert hat, heisst dies also, auf den Boden liegen und unters Blech gucken, ob wirklich alle Räder über Antriebswellen verfügen.

Yucatan

Unser erstes Ziel ist die wohl bekannteste, grösste und damit auch leider von Bustouristen am stärksten geflutete Maya-Stätte der Yucatan-Halbinsel: Chichén Itzá mit der Kukulcán-Pyramide (Titelbild), welche von den astronomisch gebildeten Maya so gebaut worden war, dass deren Anzahl Stufen und Terrassen den Maya-Kalender darstellen und dass bei Tag- und Nachtgleiche am 21. März und 21. September der Schattenwurf eine herabkriechende Schlange darstellt, welche dem Volk vor über 1000 Jahren anzeigte, dass es nun Zeit zur Aussaat bzw. Ernte sei. Im weiteren Hinterland lichten sich die Touristenströme, und entlang der Ruta Puuc lassen sich weitere faszinierende Maya-Zentren wie Uxmal mit klar weniger Rummel besichtigen. Oder die Höhlen von Loltún (Bild 2) welche vor 10000 Jahren bereits bewohnt waren. Auf weitere Maya-Hochburgen trifft man 250 km südlich in der Region Rio Bec, mitten im Urwald, und schliesslich in Palenque. Die dortige, erstaunlich gut erhaltene und aus diesem Grund kaum restaurierte Maya-Stätte gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Chiapas und Guatemala

Die Hochblüte des kriegerischen Maya-Volkes liegt zwar schon lange zurück und wurde mit der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert endgültig besiegelt, doch die Maya leben immer noch in der Region (Bild 3), im Hochland von Chiapas zum Beispiel um die Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas herum oder in Guatemala im Gebiet des bekannten Marktortes Chichicastenango und des von drei Vulkanen umrahmten Lago de Atitlán (Bild 4). Schlicht Antígua – die Alte – genannt wird heute die ehemalige Stadt Santiago de los Caballeros de Goathemala, welche von 1543 bis 1773 als Verwaltungssitz der spanischen Kolonien in Mittelamerika fungierte, dann aber durch Erdbeben völlig zerstört wurde. Heute fasziniert die Mischung von Ruinen, restaurierten Barockkirchen und einstöckigen Kolonialhäusern (Bild 5). Wir fahren wieder nordwärts und bringen unseren vermeintlichen Allrad-Panda auf dem Weg nach Lanquin im Bergland des Alta Verapaz an seine technischen Grenzen. Entschädigt werden wir dafür durch das grossartige Naturschauspiel des teilweise unterirdisch fliessenden Rio Cahabón, welcher natürliche Pools bildet (Bild 6). Letzte Stationen in Guatemala sind die Inselstadt Flores im Lago Petén-Itzá und die als eine der bedeutendsten geltende Maya-Stätte Tikal mitten in einem riesigen Nationalpark (Bild 7).

Belize

Dann geht es weiter nach Belize, wo nicht spanisch, sondern englisch gesprochen wird, wo das Flair der Karibik lockt und in der dünn besiedelten üppigen Natur neben grossartigen Maya-Stätten wie Xunantunich oder Lamanai vor allem eine eindrucksvolle Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren fasziniert. Jaguar, Tapir und Regenbogen-Tukan (Bild 8) sind nur ein paar Beispiele. Im Küstendorf Placencia geniessen wir Easy going wie zur guten alten Flower Power-Zeit (Bild 9). Von hier aus werden Bootstouren ins lang gezogene Barrier Reef organisiert. Oder ein Flug übers Great Blue Hole, das Grosse Blaue Loch (Bild 10), eine fast kreisförmige Unterwasserdoline mit rund 300 Metern Durchmesser und einer Tiefe von 125 Metern, welche den Zugang zu einem Höhlensystem unter dem Meeresboden freigibt. 

Abschluss in Tulum

Bevor unsere Reise in Cancún wieder endet, bleiben wir noch ein paar Tage in Tulum, besuchen die direkt am Meer gelegenen, relativ jungen Maya-Ruinen, geniessen den Strand von Akumal Beach und gehen in unterirdischen Flusssystemen, den sogenannten Cenotes, schnorcheln.

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